Die informationslose Informationsrevolution

Die Informationsrevolution ist im vollem Gange: Von nahezu jedem Punkt auf dem Planeten kann man Telefonieren, in den Städten steckt das gesamte Internet immer in der Hosentasche, digitales Fernsehn per DVB-T und IP ist nahezu überall in Deutschland empfangbar und ein Ende der technischen Entwicklung ist nicht abzusehen. Die Werbung zeigt und immer neue Möglichkeiten, die den Alltag erleichtern sollen: Das Handy kennt jedes Lied, weiß wo das Lieblingsparfum gerade im Angebot ist und zeigt den Fußweg zum nächsten Kino in dem der gewünschte Film zur richtigen Uhrzeit läuft. Der heimische PC ist vom Taschenrechner zum tragbaren Rechenzentrum mutiert und der Fernseher kann auf Knopfdruck nahezu jeden jemals gedrehten Film zeigen. Das alles Funktioniert jedoch nur, wenn die Systeme die korrekten Informationen zur Verfügung gestellt bekommen. Ich möchte erst einige Geschichten erzählen, um die Probleme deutlich zu machen:

Mittwoch, 20 Uhr. Die Nachrichten. Unter anderem wird berichtet, dass es auf Grund der anhaltenden Kälte und den glatten Straßen der öffentliche Nahverkehr nicht planmäßig fährt. Diese Information alleine hilft hier nicht viel: die Nachrichten beziehen sich auf ganz Deutschland, mich interessiert aber nur die Linie, die ich am nächsten Morgen benötige. Hier stellt sich das erste Problem: In meiner Gegend gibt es gleich 2 Verkehrsverbünde. Wer zuständig ist lässt sich nur schwer sagen: Während die Fahrkarte VRM ausweist klebt an der Haltestelle das Logo der RMV. Ich entschließe mich die Internetseite der VRM aufzurufen – hier finden sich zwar Fahrpläne und Preise, aber keine aktuellen Informationen. Ein Klick zur RMV verheißt besseres: Die Bahn-Tochter hat eine eigene Seite für Ausfälle eingerichtet, eine Liste zeigt aktueller Ausfälle. Perfekt. Am nächsten Morgen prüfe ich die Seite nochmal. Es existiert ein Hinweis für meine Strecke: Man soll bei einer Hotline nachfragen. Während Frühstück und Morgenhygiene versuche ich mehrmals diese Nummer zu erreichen, vergeblich. Beim letzten Versuch mit Handy an der Haltestelle erreiche ich einen Mitarbeiter: Seine Aussage: Das entscheidet der Busfahrer. Nach einer halben Stunde ist noch kein Bus in Sicht und ich suche mir durchgefroren eine andere Fahrmöglichkeit.

Ein entsprechender Eintrag auf der Seite wäre für Nutzer einfacher erreichbar und würde die Hotline entlasten.

Donnerstag, 12:30 Uhr, ich stoße auf eine Fehlkonstruktion am Produkt eines Herstellers. Der Fehler ist mir schon lange bekannt, der Hersteller wurde schon mehrmals auf das Problem aufmerksam gemacht: EMail, Fax und Callcenter. Ich schreibe erneut.

Eine Rückmeldung auf solche Hinweise erhält man fast nie

Freitag, 18 Uhr, ich bin gerade von der Arbeit gekommen und schaue über die Post. Eine Zustellbenachrichtigung fällt mir ins Auge. Ein Haufen Informationen, die mir weiterhelfen soll: Es ist ein Einschreiben angekommen, ich finde die Adresse der zuständigen Post-Filiale, die Öffnungszeiten und den Hinweis, dass die Post erst ab dem nächsten Tag abgeholt werden könne. Perfekt – Samstags bis 14 Uhr geöffnet, also mache ich mich nach dem Mittagessen des nächsten Tages auf den Weg – es kommt wie es kommen musste: Obwohl es erst 13 Uhr ist, also eine Stunde vor ausgewiesenem Ladenschluss, sind die Türen verriegelt.

Die falschen Uhrzeiten sind schon lange im Umlauf

Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen. Ich denke das Problem wird deutlich: Hier versuchen Firmen Informationen bereit zu stellen, haben aber den eigentlichen Sinn aus den Augen verloren. Was als Hilfe für andere gedacht war verkommt durch den Einsatz falscher Werkzeuge oder falscher Informationen zu einem weiteren Punkt auf der Serviceliste, der in Realität keinen Mehrwert bietet. Ich möchte hier einige Verhaltensweisen nennen, die ich allen Firmen, Behörden und Privatpersonen nahelegen möchte, die Informationen bereitstellen und die Möglichkeiten der modernen Technik nutzen wollen:

  • Informationen müssen korrekt sein
    Informationen bereit zu stellen ist toll, wenn diese dann noch stimmen ist es noch besser. Vor dem Publizieren sollte man nochmal prüfen, ob die Informationen korrekt sind. Nahezu jede Datenbank, jedes Protokoll hat Fehler – wenn man es ohnehin schon in der Hand hat ist es meist eine Kleinigkeit bei der zuständigen Stelle nochmal zu prüfen, ob die Daten stimmen. Lieber ein „Unbekannt“ als eine falsche Information
  • Informationen müssen aktuell sein
    Handelt es sich um Daten, welche ihre Aktualität nicht verlieren (wie z.B. Öffnungszeiten) sollten diese auch regelmäßig geprüft werden.
  • Informationen müssen zugänglich sein
    Die Informationen sollen für jeden zugänglich sein. Eine Schnittstelle zum Abfragen ermöglicht es Anderen die Informationen zu kombinieren, neue Ergebnisse zu gewinnen und sie in neuen Formen verfügbar zu machen
  • Kommunizieren
    Im Netz herrscht Kommunikation – keine Publikation. Wer Informationen bereitstellt sollte Hinweise der Nutzer wahrnehmen und darauf reagieren.

Karneval 2010 in Bildern

Schon ein paar Tage ist Karneval nun vergangen – jetzt sind auch die Nacharbeiten so weit durch. Ich habe mich in dieser Zeit hauptsächlich mit dem Fotoapparat durch die Gegend bewegt und die Karnevalsumzüge Saffig, Plaidt und Kottenheim in Bildern festgehalten, welche sich nun auf 56648.de finden lassen. Auch die Kollegen von Rhein-Blogger.de haben ihrer Kamera etwas Karnevalsluft gegönnt: Dort sind inzwischen Bilder des Prinzenballs Bad Hönningen zu finden.

Internes WLAN im Eigenbau

Eigentlich hätte mein Compaq Evo N620C ja über 7 Jahren nach seinem Erscheinen schon lange ausgedient haben sollen, aber bisher ist noch kein brauchbarer Nachfolger in Sicht. Dank Magnesiumgehäuse und sehr gutem TFT ist der 14″er immer noch mein Mobilgerät der Wahl. Nun hat er eine Frischzellenkur bekommen: Die 1,5GHz-CPU wurde durch ein Modell mit 1,7GHz ersetzt, 2GB RAM sorgen für flottes arbeiten und die zuletzt 160GB große Festplatte musste einer 16GB Eigenbau-SSD weichen (dazu später mehr). Mit neuem (billig)Akku lief er Heute mit Arch Linux und Compiz-Quälerei über 4 Stunden bis ich – mit 30% Restleistung – das Netzteil wieder anstöpselte. Leider hat das Gerät einen extrem großen Haken: Kein WLAN.

Da ich inzwischen mit mehreren verbundenen APs überall im Haus mit meinem Handy ganz guten Empfang erreichen kann ist WLAN am Laptop natürlich nicht wegzudenken. Zwar habe ich schon länger einen RaLink RT73 basierten USB-Stick im Einsatz, aber der hat mir schon an einem Mainboard des N620c die USB-Ports raus gebrochen. Zeit also eine Alternative zu suchen. Bereits vor einiger Zeit hatte ich herausgefunden, dass im Deckel des Evo der so genannte „Compaq Multiport“ einfach nur eine USB-Schnittstelle ohne Stecker ist. Die originalen WLAN-Module sind nur noch selten zu finden und recht dick, also wird selbst gebastelt.

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Die Idee sollte klar sein: Den WLAN-Stick in den Deckel verfrachten. Um dem ganzen noch einen Bonus zu verpassen soll dieser dann auch über die vorgesehene Tastenkombination abschaltbar sein. Die Schaltung dazu ist recht einfach: Mit Fn+F2 wird eine Kontaktfläche zwischen 0V und 3,3V umgeschaltet. Ich verwende einen BC879 (NPN Darlington Transistor) welcher mit max. 1A die USB-Spannung ohne murren verkraften sollte. Ein Testaufbau mit LED funktionierte sofort, die Idee scheint also zu funktionieren. (siehe Update)

Nächster Schritt: Den USB-Port des WLAN-Sticks entfernen. Da im Deckel nur wenig Platz ist zählt jeder Millimeter. Leider zeigte sich der doch etwas störrisch: Ich vermute mal, dass dort bleifreies Speziallot zum Einsatz kam, jedenfalls war selbst mit 450°C nur schwer das Lot zu schmelzen und ich habe es natürlich geschafft eine Leiterbahn abzureißen. Zum Glück konnte ich ein Kabel am Nachbarbauteil anlöten. Mit einer Portion Heißkleber fixiert das ganze im Gehäuse verstaut und getestet – voller Empfang und per Taste schaltbar.

Der Deckel ließ sich wie vermutet nicht mehr komplett montieren, ich habe ihn nur an den Außenkanten und der Anschlussseite eingehangen, am linken Rand (zur Laptopmitte) entsteht so eine Wölbung von max. 7.5mm. Etwas schwarzes Isolierband verhindert Staubeintritt und sieht gar nicht so schlimm aus.
Natürlich finden sich auch Personen mit höheren Anforderungen, welche gleich noch USB-Hub, Kartenleser und einen externen USB-Port hinter dem weiter ausgebeultem TFT verstauen, aber dafür habe ich momentan noch keine Planung, auch wenn ein SD-Card-Reader durchaus praktisch wäre.

UPDATE:

Der erste Blick kann täuschen: Die Idee mit dem Transistor mag bei einer LED problemlos funktionieren, mit dem WLAN-Stick gibt es aber ein Problem: Wenn man nur die Masse abschaltet fließt der Strom über die Datenleitungen ab und der Stick schaltet sich nicht 100%ig ab. Um das zu umgehen habe ich nun eine Schaltung mit zwei Transistoren: Ein BC550C (NPN) hängt an den 3.3V und schaltet einen weiteren BC879 (PNP), welcher die Stromversorgung (5V) des WLAN-Sticks unterbricht. Damit lässt sich der Stick nun vollständig abschalten.

UPDATE: Schaltplan und weitere Hinweise finden sich in den Ergänzungen vom Dezember 2011

Krieg im Netz – alle gegen Flash

Eine unheilvolle Stille liegt auf dem vernetzten Kontinent. Lange ist der letzte Netzkrieg bereits vergangen. Die Zeiten, in denen die scheinbar unverträglichen Standardisierungsherden von Netscape und dem Browsernewcomer Microsoft Auslöser für zahlreiche ‚best viewed with‘-Schlachten waren sind nur noch blass in Erinnerung. Die neuen Netzgenerationen wissen noch nicht einmal mehr was es ist – diese Browserinkompatibilität. Nun zeigen sich aber wieder dunkle Wolken am Horizont: Wo einst eine Guerilla aus Sicherheits- und Freiheitskämpfern sich im Forst der freien Software behaupteten rollen nun Truppen der Großherrscher Google, Apple und Mozilla zum Angriff. Zwar hat prinzipiell jeder eigene Gründe, aber das Ziel ist gemein: Das Fort Flash, welches erst kurz von den Adobschen Mächten eingenommen wurde, soll endgültig fallen.

Eine einzige Fehlersammlung – Propritäres Zeugs – mangelnde Portabilität. Was auf den Flugblattern der Netzrebellen noch stillschweigend hinfortignoriert wurde erzeugt aus den Kehlen und Blogs der mächtigen Gegner nun doch Sorgenfalten im Flash-Lager. Google, welche bisher Millionen von Videos im Flash-Lager verzollte hat jüngst damit begonnen erste Transporte durch das neu erschlossene HTML5-Tal zu leiten und der geistige Führer Jobs der angebissene hat seinen Anhängern gleich ein Ausreiseverbot in Adobes Richtung auferlegt. Auch Mozilla legt seinen mobilen Herden inzwischen nahe Adobes Territorium in Zukunft zu meiden.

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Momentan ist noch keine Entscheidung gefallen. Wird Apple dem Gejammer der Adobaner Gehör schenken? Werden die Google-Transporte ihr Ziel trotz heftig kritisiertem H.264-Antrieb erreichen? Wird die Flash-Festung wie in den Rebellenträumen nachgeben und ihre die dort startenden Angriffe auf die Stabilität der Browser endlich Geschichte sein? Wir werden’s wohl bald in den Medien erfahren.