Arch Linux/Systemd: Screen-Sitzung als Daemon

Nicht immer kann oder möchte man ein Linux-Programm als Daemon starten – fehlende Daemon-Funktion, die Möglichkeit direkt auf STDOUT/STDERR zu schauen, etc. In den meisten Fällen bemühe ich für diese Fälle den Terminal Multiplexer „screen“. Hiermit wir die Software mit komplettem Terminal gestartet, man kann jedoch die Verbindung trennen, sodass das Programm im Hintergrund weiter seinen Dienst tut. Bei einem späteren Reconnect sind alle vorherigen Ausgaben wieder sichtbar.

Bisher startete ich diese Programme von Hand, auf einem System habe ich nun aber ein Shell-Script, welches sinnigerweise direkt beim Boot gestartet werden soll – bauen wir uns einen passenden Systemd-Service:

[Unit]
Description=Dynamic DNS updater
After=network.target

[Service]
RemainAfterExit=yes
User=root
ExecStart=/usr/bin/screen -AdmS ddns /usr/local/sbin/ddns.sh
ExecStop=/usr/bin/screen -S ddns -X quit

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Wie unschwer zu erkennen handelt es sich um einen DDNS-Update-Daemon. Zwar würde der auch direkt laufen, da jedoch ab und an mal manuell ein Befehl abgesetzt werden muss ist mir screen lieber. Die Bedingung nach network.target zu laufen ist rein durch die DNS-Funktion bedingt und für Screen nicht notwendig.
Interessant wird es in [Service] – Erst wird der Nutzer festgelegt, welcher den Screen starten soll – da der Daemon Systemeinstellungen ändert komme ich hier um root nicht herum. Unter ExecStart wird der passende Befehl angegeben – es wird eine screen-Sitzung mit dem Namen „ddns“ gestartet und dort das Script „/usr/local/sbin/ddns.sh“ ausgeführt. In der nächsten Zeile wird zum Stoppen der Screen mit dem Namen „ddns“ beendet.

Die Datei wird unter /etc/systemd/system/ddns.service abgelegt und ist danach wie jeder andere Dienst nutzbar. Ist er mit „systemd start ddns“ gestartet kann der Nutzer root sich mittels „screen -x ddns“ zur laufenden Sitzung verbinden. Mit der Tastenkombination „Ctrl-a d“ wird die Verbindung wieder getrennt.

Einige Warnungen noch:
– Die Sitzung hat ggf. nicht alle Umgebungsvariablen, die man von einer „normalen“ Shell-Sitzung gewohnt ist
– Bricht das Script ab wird der Screen beendet, in dem Fall ist die Ausgabe/Fehlermeldung nicht mehr sichtbar. Hier kann man ggf. eine interaktive Shell nach dem Script starten und so die Sitzung offen halten. Beispiel:

ExecStart=/usr/bin/screen -AdmS ddns sh -c '/usr/local/sbin/ddns.sh ; bash'

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