MySQL/MariaDB unter Linux mit ZFS: Operating system error number 22 in a file operation

Nachdem LVM eine Qual ist wenn es um die Konfiguration von RAID geht (anm: Natives LVM-Raid, nicht md) und btrfs auf mehreren meiner Systeme gerne mal Dateien vergisst habt ich mich nach langer Zeit nochmal an ZFS gewagt. Die Funktionspalette ist beeindruckend: Integriertes RAID, integriertes Volumemanagement, Subvolumes, Kompression, Quota, etc. Alles natürlich verzahnt, sodass ein RAID-Rebuild wirklich nur belegte Dateisystembereiche rekonstruiert. Einzig die statische RAID-Konfiguration ist wenn man von LVM kommt etwas bedauerlich. Ansonsten scheint die Linux-Portierung des eigentlich von Solaris stammenden Systems inzwischen durchaus stabil.

Genug geredet, eigentliches Thema: MySQL unter ZFS. Als guter Einstieg sollte man hier einen Blick auf die Arch-Wiki werfen, welche einen Blick auf die Blockgrößen und Cache-Eigenheiten wirft. Doch egal wie: MySQL bzw. MariaDB haben noch eine Gemeinheit im Paket: Direct IO.

Da MySQL ein eigenes Caching implementiert versucht es über O_DIRECT die Dateicaches des Betriebssystems zu umgehen. Im Falle von ZFS ist dies durch den Aufbau nicht sonderlich hilfreich und wird durch den Linux-Treiber nicht unterstützt. Während die meisten Programme automatisch auf klassisches IO zurückfallen verabschiedet sich MySQL mit folgenden Log-Einträgen:

141019 18:07:42 InnoDB: Operating system error number 22 in a file operation.
InnoDB: Error number 22 means ‘Invalid argument’.
InnoDB: Some operating system error numbers are described at
InnoDB: http://dev.mysql.com/doc/refman/5.5/en/operating-system-error-codes.html
InnoDB: File name ./ib_logfile0
InnoDB: File operation call: ‘aio write’.
InnoDB: Cannot continue operation.

Um das Problem zu beheben kann man die Datenbank über /etc/mysql/my.cnf in den klassischen IO-Modus zwingen, hierzu unter [mysqld] folgenden Eintrag ändern bzw. hinzufügen:

innodb_use_native_aio=0

im Anschluss sollte die Datenbank wieder wie gewohnt starten. Hinweis: Fehlender Direct-IO bringt auch Probleme mit KVM/LibVirt, auch hier sind ggf. Anpassungen notwendig.

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