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Kurzer Report von der Bastelfront

Festivals schön und gut, aber die freie Zeit muss natürlich auch etwas produktiv genutzt werden. Momentan heißt das hauptsächlich Housekeeping – Systeme reparieren und allerhand Basteleien, welche auf die Schnelle erfolgten, halbwegs vernünftig verpacken und fest einbauen. Trotzem sind einige neue Projekte dabei, zu denen ich in Kürze noch mehr schreiben werde, unter anderem hat meine Solaranlage eine neue Überwachungselektronik und viele neue Abnehmer erhalten. Zudem haben einige Webprojekte Updates erhalten, unter anderem kann mein Archivsystem, welches ich für die Bildarchivierung des Geschichtsvereins Saffig entwickelt hatte, inzwischen einige wichtige DMS-Funktionen wie Kontaktverwaltung und ORC erfüllen und sammelt nun in einer lokalen Installation meine Papierkorrespondenz in nerdgerechter Form. Auch einige Haushaltsgeräte sind inzwischen soweit, dass sie theoretisch Meldungen an meinen Steuerrechner übermitteln könnten – wenn denn ein Kabel da wäre. Da die Geräte weit entfernt von jeder Infrastruktur stehen und auf Grund baulicher Gegebenheiten das verlegen neuer Kabel für eine solche “Spielerei” zu aufwändig wäre habe ich mir einige NRF24l01+ organisiert, ein Funkmodul welches mit integrierter Transportschicht glänzt und mit <3€ preislich sehr ansprechend ist. Leider konnte ich den Sample-Code nicht zum laufen bewegen, daher suchte ich nach Debug-Möglichkeiten. Zum Glück fiel mir mein guter, alter BusPirate wieder in die Hände, welcher sich direkt mal als simpler Logic-Analyzer versuchen durfte und – zu meiner Überraschung – gemessen an Preis und Ausstattung sehr gute Ergebnisse liefert, so konnte ich z.B. ermitteln, dass der Sendebefehl definitiv korrekt ans Sende-Modul übermittelt wird. Also wird gleich die Empfängerseite dran glauben müssen.

3€ AVR-Board im Test

Ein ATMega für 3€? Nichts neues, aber dank Steffen Vogel bin ich auf einen chinesischer Händler gestoßen, welcher für diesen Preis derzeit einen kompletten AVR-Programmierer auf Basis des USBasp anbietet. Mit an Board sind neben einem ATMega8A auch ein 12MHz Quarz, ein V-USB-Kompatibler USB-Port, 2 LEDs, ein Jumper und ein 3,3V Spannungsregler (AMS1117, 800mA). Zudem befinden sich auf dem 10-Pin Programmer-Port neben dem üblichen SPI auch die RS232-Pins des Atmel-Controllers, ein passendes Flachbandkabel ist ebenfalls im Lieferumfang. Viel Technik für wenig Geld, oder? Ein erster Blick zeigt: Das Board kommt nicht gerade in Vorzeigequalität, ab und an ist mal eines der SMD-Bauteile etwas schief, aber dennoch funktionierten alle Boards einwandfrei. Bei den Bauteilen hat man ebenfalls gespart: Die LEDs sind im Gegensatz zum zweifarbigen Original beide Rot, 2 der 3 im original vorgesehenen Jumper sind nicht bestückt. Die Controller sind – wie der Produkttitel es vermuten lässt – mit der Programmiersoftware des USBasp-Projektes versehen, wenn auch nicht in der aktuellen Version.

Also – wenn ich schon einen haufen Programmieradapter habe programmieren wir auch mal etwas: Mit einem Drahtstück wird der nicht bestückte J2 eines Boards überbrückt – hiermit wird dieser in den “Self-Programming”-Modus geschaltet und kann so über die ISP-Schnittstelle mit neuer Firmware versorgt werden. Über eins der mitgelieferten Kabel wird das neue Ziel nun mit einem anderen Programmer verbunden. Steht bei beiden J1 auf 5V Target (wie ausgeliefert) wird das Ziel über den Programmer mit Strom versorgt. Die aktuellen avrdude-Versionen erkennen den Programmer ohne Probleme und versorgen das Ziel mit der neuen Firmware. Im ersten Versuch wurde ein Programmer mit der neuen Firmware des USBasp versorgt – und unterstützt nun auch die neuen Funktionen.

Ein Zweites Board durfte sich mit den Demo-Codes des V-USB-Projektes begnügen, namentlich der HID-Maus-Demo. Das Makefile muss auf den Atmega8 angepasst werden, in der usbconfig.h muss der IOPORT auf B, Minus auf 0 und Plus auf 1 geändert werden. Bekommt man den Code dann noch kompiliert (neuere Compiler stören sich etwas an veralteten Definitionen im V-USB-Code) kann man den Stick dann problemlos verwenden um Arbeitskollegen zu verwirren.

Im nächsten Schritt soll einer dieser Sticks dann den etwas teureren und eher provisorisch angeflanschten Arduino als Stromzähler ersetzen, welcher derzeit die im letzten Post genannten Auswertsysteme versorgt. Die Timer laufen schon, nur das mit den USB-“Interrupts” zum spontanen senden von Daten via V-USB produziert derzeit noch abstürze – muss ich wohl noch etwas nacharbeiten…

Eigenbau vs. Volkszähler

Derzeit baue ich wieder an meinen Erfassungssystemen – neben dem Temperaturmonitoring ist nun auch der in BB5 vorgestellte Stromzähler in etwas größerer Ausführung im Dauerbetrieb. Die Systeme selbst laufen zufriedenstellend, aber mir fehlte im Eigenbaufrontend etwas Eyecandy.

Erst mal zu meinem Eigenbau: Die Sensoren liefern ihre Daten über verschiedene Wege an meinen Homeserver – dort schreiben entsprechende Daemons die Daten in eine RRD-Datenbank weg. Bei Aufruf der GUI werden aus den Datenbanken entsprechende Diagramme erstellt bzw. Statistiken errechnet. Vorteil ist die effiziente und ausgereifte Speicherung der Daten: das verwendete RRDTool ist “gut abgehangen” und speichert lediglich Differenzwerte, was eine Menge Platz spart. Die Erstellung der Grafiken nimmt ggf. etwas Zeit in Anspruch, mit entsprechendem Caching lässt sich das aber verschmerzen. Fertige Systeme für Interaktion mit den Programmen sind derzeit nicht eingebaut.

Auf einem der letzten Chaos Communication Congress’e war mir ein Projekt ins Auge gefallen, welches sich Volkszähler nennt – deren Ziele entsprechen ungefähr auch meinem System und da als Scriptsprache PHP zum Einsatz kommt würde das Ganze eine gute Basis für mich darstellen. Gesagt getan – dank der einfachen HTTP-API kann mein Sensor-Daemon die Daten – neben der weiterhin laufenden RRD – auch bei der Volkszähler-Middleware abliefern. Nach etwas Codestudium sogar mit Timestamp, welches einen Import meiner Daten möglich machen würde. Ein valider Aufruf sieht z.B. so aus: middleware.php/data/aaa-bbb-ccc-sen-sor-id.json?operation=add&value=123&ts=1334416684000.

Die GUI zeigt sich – abgesehen einiger Differenzen wegen meiner PHP-Konfiguration ganz kooperativ und stellt die Diagramme in perfekt angepasster Größe dar. Per Maus kann man einzelne Zeitbereiche nach Bedarf vergrößern, die Daten in anderen Formaten exportieren oder die angezeigten Sensoren dynamisch ändern.

Sorgen mache ich mir jedoch bei einem Blick unter die Haube: Alle Messwerte werden in eine – in diesem Fall MySQL – Datenbank geschrieben, bei den hier werdendeten Sensoren kommen so pro Monat hochgerechnet über 700MB an Datenvolumen zusammen. Meine RRD-Datenbank hat für eine Speicherdauer von mehreren Jahren gerade mal 4 MB. Etwas optimieren könnte man noch, so kann man wie auch bei RRD die Auflösung älterer Daten verringern, also z.B. nur einen Messpunkt alle 5 Minuten beibehalten, jedoch sind diese Funktionen nur von Haus aus dabei und müssten separat erstellt werden.

Da mein Server einiges an Speicher zu bieten hat werde ich mich an letzteres eventuell mal ransetzen, vorerst bleibt jedoch die gute, alte RRD in Betrieb.

BitBastelei #11 – RGB-CTL – RGB-LEDs mit dem ATTiny25

Entwurf & Aufbau eines RGB-LED-Controllers mit ATTiny25

Links:
LED: http://www.dealextreme.com/p/4530?r=38871381
Moodlamp-Projekt CCC München: http://wiki.muc.ccc.de/moodlamp_30
Elektronik-Kompendium – Stromreglerdiode: http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/curr2pol.htm
USI TWI Slave: http://www.jtronics.de/elektronik-avr/lib-i2c/twi-mit-usi-interface
Soft-PWM: http://www.mikrocontroller.net/articles/Soft-PWM
I²C @ Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/I%C2%B2C
Software/Hardware: https://github.com/adlerweb/RGB-CTL
Bauteilliste: https://secure.reichelt.de/index.html?;ACTION=20;LA=5010;AWKID=492057;PROVID=2084

Stereoschallplattenwiedergabeanlage – Teardown

Stereoschallplattenwiedergabeanlage – Diese Typenbezeichnung dürfte man Heute wohl nicht mehr finden. Zur Reparatur (kaputte Sicherung) musste eine solche aber Heute ihr Inneres zeigen. Erst mal zum Typ: Es Handelt sich um ein “Ziphona Rubin 523” der Firma “RFT”, Baujahr 1974. Ein paar technische Daten finden sich im Radiomuseum.

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Das Typenschild zeigt alle nötigen Infos. Auffällig der Hinweis auf die Heute eigentlich ausgestorbenen Allstromgeräte.
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Der Bereich mit den Schaltern und Potis befindet sich auf einem einseitigem PCB, die Bauteile sind axial, Transistoren selten. Hier interessant: Der Glaszylinder aka. Glüh/Glimmlampe rechts – Heute wäre das LED-Equivalänt nur wenige Millimeter.
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Die Verstärkerplatine gibt es hier nur von unten zu sehen, die Bezeichnungen der vier Stellen oben (T,E,B) zeigen aber gut, dass hier Transistoren drunter stecken.Der Ausgang der 6W Musikleistung erfolgt über zwei DIN-41529-Buchsen (aka. LS-Stecker)
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Von unten Links befindet sich die Stromversorgung – der Tellermotor und die Verstärkerschaltung haben eigene Sicherungen. Der Aluzylinder Rechts ist ein Elko.
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Interessantes Detail zum Schluss: im Gehäuse findet sich für Servicetechniker und Bastler zwar nicht mehr der früher übliche Schaltungsplan, dafür eine nicht zum Modell passende “Umlötanleitung” um den Trafoanschluss zwischen 220V und 127V auszutauschen.

BitBastelei #5: Stromverbrauch am PC darstellen

Korrekturen:

  • Wenn man auf der Volkszaehler-Seite statt Wiki die Folien bemüht findet man Dokumentation
  • Zur Ergänzug, da ich nur das Tagesdiagramm gezeigt hatte: Natürlich habe ich auch einen “Live”-Modus, bei meinem Zäher erhalte ich ca. alle 2-3 Sekunden einen neuen Wert

Links zum Thema: