Kategoriearchiv: RL

Sachen aus dem täglichen Leben

Andernacher Luftradwege – „aber das ist doch für den Radverkehr“

Die Stadt Andernach fördert den Radverkehr. Zumindest, wenn man dem Papier glaubt, denn hiernach gibt es unzählige Projekte und Bekundungen. In der Praxis sind viele leider in etwa so förderlich für den Radverkehr, wie die aktuelle Verwendung des KTF fürs Klima. Mitunter drängt sich der Eindruck auf, dass es eher um das Mitnehmen der entsprechenden Fördermöglichkeiten als um die tatsächliche Förderung des Radverkehrs geht. Vor einiger Zeit ist mir bei einer Fahrt eine besondere Perle begegnet: Ein neuer „Geh- und Radweg“ entstand im Stadtteil Miesenheim. Gefördert vom Bund.

Laminierter A4-Zettel an Mast
[Logo Stadt Andernach]
[Logo Gefördert durch Bundesministerium für Digitales und Verkehr aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages]

Verlängerung eines Geh- und Radwegs zwischen Andernach-Miesenheim und Saffig

[Schild Baustelle]

Eigentlich eine tolle Sache, oder? Naja. An dieser Stelle ist die Situation wie folgt: Man befindet sich am Ortsrand von Miesenheim. Aus dem Stadtteil kommt man über eine Brücke mit einseitigem Hochbord für Fußgänger. Die Straße selbst (K 63) geht nach rechts ab, grade geht es in Felder, links zu einem Fabrikgelände. An der Straße gibt es einen rechtsseitigen, tiefer gelegenen und beleuchteten Gehweg mit „Rad frei“ bis zum Fußballplatz. Dieser dürfte mit einem Rad optional in Schrittgeschwindigkeit befahren werden, wobei es angesichts der gefährlichen Straßeneinmündungen eher keine gute Idee ist. Gegenüber des Sportplatzes befindet sich die Einfahrt zur Schützenhalle. Von dieser geht ein weiterer, abgepollerter Weg ab, welcher in Richtung Saffig führt und nicht weiter beschildert ist. Fahrspuren lassen vermuten, dass es intensiv durch die angrenzende Landwirtschaft genutzt wird. Der Bereich von Fußballplatz und Schützenhaus befindet sich zwar außerhalb der Ortslage, die Geschwindigkeit ist jedoch trotzdem auf 50 km/h beschränkt.

Das neue Stück verbindet nun die Einfahrt Schützenhalle mit der Kreuzung hinter der Brücke. Knapp 200m für etwas unter 200.000€ Baukosten – der Großteil aus Fördermitteln.

OpenStreetMap-Karte der im vorherigen Abschnitt beschriebenen Situation. Neuer Weg in Rot eingezeichnet.

Es gibt aber einen Schönheitsfehler: Warum „Verlängerung eines Geh- und Radwegs“? Es ist kein Geh- und Radweg vorhanden, welchen man erweitern könnte. Der bisherige Verlauf hat keinerlei Beschilderung. Er ist weder benutzungspflichtig, noch wäre er die meiste Zeit benutzungsfähig. Die Mindestanforderungen der einschlägigen Verwaltungs- und Bauvorschriften für Geh- und Radwege dürften zu großen Teilen nicht erfüllt sein.

Der Weg ist nicht fahrbahnbegleitend, teilweise verläuft er fast 30m von den Fahrspuren entfernt. In Bereichen, in denen der Weg an der Straße verläuft, existieren keine Fahrzeug-Rückhaltesysteme. Mehrere Einfahrten zu Feldern und Bebauung kreuzen den Weg ohne weitere Verkehrslenkung oder markierte Furten. Auch muss man einen Berg mit massiver Steigung hinauf radeln, während die Kreisstraße in einem Einschnitt verläuft und keine derartigen Steigungen aufweist.

Im Bereich der Stadt Andernach hat man sich für eine wassergebundene Oberfläche entschieden, sprich: Schotter mit vergleichsweise hohem Rollwiderstand. Dieser Belag verhindert auch eine regelmäßige Reinigung der von Traktoren hinterlassenen Erdhaufen oder einen Winterdienst, wodurch der Weg im Winter sowie während Ernte- oder Aussaatzeiten nur eingeschränkt nutzbar ist. Da der Wirtschaftsweg unterhalb des sonstigen Geländes liegt und über keine aktive Entwässerung oder einen Sickergraben für das Oberflächenwasser von Straße und Böschung verfügt, sammelt sich bei Regen das Wasser, sodass die Nutzungsfähigkeit auch bei Niederschlag eingeschränkt ist. Da man sich durch die tiefe Lage beim Radfahren mit dem Kopf in Höhe der Scheinwerfer des nebenliegenden PKW-Verkehrs befindet, wird man bei Dunkelheit selbst durch Abblendlicht massiv geblendet, was eine weitere Gefährdung darstellt.

vLnR: 
K 63 mit geteerte Oberfläche
Böschung mit kurzem Bewuchs, nach rechts abfallend
Feldweg mit Schotter. Mehrere große Pfützen sichtbar.
Böschung mit mittlerem Bewuchs, nach links abfallend
Abgeerntetes Feld

Kurz vor dem Saffiger Gelände ist die Oberfläche dann asphaltiert und verläuft oberhalb der Straße durch einen Wald. Hier befindet sich auch der Berg, welchen man überwinden muss. Da keine sichtbare Straßenreinigung oder ein Winterdienst erfolgt, ist eine sichere Nutzung bei Eis, Schnee oder im Herbst (Laub) nahezu unmöglich. Man rutscht in der Steigung einfach weg. Von angrenzenden öffentlichen und privaten Grundstücken wachsen oder fallen immer wieder Büsche und Äste in den Verkehrsraum des Weges. In Kombination mit sehr engen Kurvenradien und geringer Breite des Weges muss die Geschwindigkeit mit dem Rad nahezu auf Schrittgeschwindigkeit reduziert werden, um das Sichtfahrgebot einzuhalten und nicht plötzlich einen Ast im Gesicht zu haben.

Auch im Bereich des Sportplatzes stellt sich die Frage, ob der Weg hier praktisch nutzbar ist. Da man den zum Sportplatz gehörenden Parkplatz zugunsten eines weiteren Spielfeldes ersatzlos gestrichen hat, werden viele der bestehenden Einfahrten, Wege und selbst die Fahrbahn bei Spielbetrieb als Parkplatz zweckentfremdet.

Auch mit vielen zugedrückten Augen dürfte der bestehende Weg nach meiner Auffassung in keinem Fall als benutzungspflichtiger Fuß- und Radweg anzusehen sein. Umso ärgerlicher ist es, dass Vertreter der Stadt dennoch versuchen, diesen Eindruck zu erwecken.

Nun gibt es also die oben genannte Erweiterung, welche bedauerlicherweise tatsächlich als „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ beschildert wurde. Das bedeutet leider nicht, dass man den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen mehr Beachtung geschenkt hätte. Auch hier ist der Weg teils weit von der Straße weg, liegt im Blendbereich der Fahrzeuge und ist immer wieder zugeparkt. Der im Bauplan vorgesehene Sickergraben, welcher abfließendes Wasser der Straße bei mäßigem Regen auffangen würde, scheint beim Bau nicht errichtet worden zu sein. Auf die Nachfrage, warum die Entwässerung weggelassen und wie man die weiteren Abweichungen von den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen begründet, hat die Stadt leider nicht geantwortet. Eine Sicherung gegen Nutzung durch mehrspurige Kraftfahrzeuge ist teils durch schwer erkennbare Felsen statt den eigentlich vorgesehenen Reflektor-Pfosten realisiert. In meinen Augen eine große Unfallgefahr, insbesondere für breitere Fahrräder.

Das Interessanteste ist die Begründung, warum die Verlängerung überhaupt errichtet wurde. Man bezeichnet den bestehenden Weg trotz fehlender Verkehrszeichen als „Radwegeverbindung“. Es wäre „unter den gegebenen Umständen […] eine Querung der K 63, auf Höhe des Sportplatzes notwendig.“ Dies ist schlicht falsch – die Nutzung des gegenüberliegenden Fußwegs in Schrittgeschwindigkeit ist optional; Regelweg für den Radverkehr waren bis zum Bau die regulären Fahrstreifen. Die Straße war dabei in beide Richtungen gut einsehbar, sodass das Abbiegen oder Einfädeln gefahrlos möglich war. Auch der Erläuterungsbericht greift dies auf:

Eine Querungshilfe an dieser Stelle wird jedoch von der Stadtverwaltung Andernach, wegen der guten Sichtverhältnisse, als nicht erforderlich betrachtet. Wesentlich gefährlicher ist weiter nördlich an der Kreuzung K 63/Weißenthurmer Straße. Radfahrer […] müssen dann in einem schlecht einzusehenden Kurvenbereich die K 63 queren

Auch hier geht man wieder davon aus, dass Radfahrende grundsätzlich den Gehweg nutzen würden. Paradoxer ist jedoch, dass man den „Kurvenbereich“ als „schlecht einzusehend“ einstuft. Genau in dieser Kurve endet aber der neue, je nach Definition nutzungspflichtige, Radweg. Statt einer gut einsehbaren Stelle auf freier Strecke hat man es nun mit bis zu vier vorfahrtsberechtigten Fahrstreifen zu tun. Zwei davon sind wegen des Bewuchses kaum einsehbar. Bis heute ist zudem die Beschilderung inkonsistent. Auch lassen sich die Schilder, welche die Nutzungspflicht anordnen, von der Fahrbahn nicht erkennen – wer nicht ortskundig ist, übersieht den Radweg also schnell.

Blick auf die Kreuzung, an der der neue Radweg endet, blick aus Richtung Stadt. Die Radweg-Schilder sind nicht sichtbar.

Im Sommer 2026 wurde dann noch der alte Wirtschaftsweg erneuert. Auch hier stellt sich mir die Frage, wer die Baustellenplanung durchgeführt hat, denn eine Umleitung auf eine Strecke, welche vom Radverkehr gar nicht befahren werden darf, klingt nicht so ganz zulässig. Zumal auf der Fahrbahn weiterhin kein Durchfahrtsverbot gilt, die gleichlange Fahrbahn also eine wesentlich attraktivere Alternative darstellt, als einen 2 km langen Umweg über einen Berg zu nehmen. Auch das gleichzeitige Anordnen von Nutzungspflicht und Durchfahrtsverbot im hinteren Bereich fand ich etwas fraglich, zumal in der Gegenrichtung und bei vielen der Einfahrten keine Sperre ausgeschildert wurde und man so im Zweifel mitten in der Baustelle stand.

Erneuert wurde der Bodenbelag. Prinzipiell eine gute Sache, in der Praxis aber nur wenig hilfreich. Bereits einige Wochen nach den langwierigen Arbeiten waren Teile durch landwirtschaftliche Nutzung wieder stark mitgenommen. Zudem habe ich Zweifel am Unterbau, wenn das „Obendrüber“ bereit mehrere cm tiefe Löcher aufweist, welche unterspült aussehen.

Loch im der Mitte des Weges mit neuem Belag. Drunter scheinen Teile unterspült.

Es verschärft sich für mich der Verdacht, dass der Radverkehr nicht als gleichwertige Verkehrsform angesehen wird und nur für Presseberichterstattung und das Abgreifen von Förderungen von der Stadt Beachtung erhält. Ich halte es für fraglich, ob hier tatsächlich Personen mit ausreichender Fachkenntnis in der Planung eingebunden waren und solche Fehler bei Bauplanung, Bauaufsicht und verkehrsrechtlichen Anordnungen gemacht haben. Ein Muster, welches sich leider im gesamten Stadtgebiet an vielen Stellen wiederholt. Sich widersprechende Beschilderungen, unzulässige Verkehrsführungen, verwirrende bauliche Maßnahmen und Radwege, die für Parkplätze unterbrochen werden, finden sich überall. In Kombination mit der mangels Nachprüfungen oft fehlenden bzw. veralteten Verkehrsbildung von Autofahrenden führt dies leider immer wieder zu unnötigen Konfliktsituationen, da diese immer wieder versuchen, Radfahrende (fälschlicherweise) zu belehren und selbige massiv gefährden.

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Mängel in Planung und Kommunikation auf Einzelfälle, Wissenslücken und Versehen zurückführen lassen – und nicht auf ein System, in dem der Radverkehr absichtlich nachrangig behandelt wird.

Wenn die Müllabfuhr nicht kommt: Glasabfuhr im Kreisgebiet Mayen-Koblenz gestört

Im Kreis Mayen-Koblenz sind viele Glascontainer seit mehr als einem Monat überfüllt. Wilde Müllablagerungen an Containern und in Waldgebieten nehmen zu.

Glassammelstelle Andernach Güterbahnhof. Alle Container mit Flaschen zugestellt

Leere Glascontainer sind Mangelware

Überfüllte Glascontainer im Kreis Mayen-Koblenz sind seit geraumer Zeit ein Ärgernis. Wer sein Glas entsorgen möchte, steht vor einem Dilemma: Die so genannten „Iglus“ sind randvoll, einfach das Glas auf den Container oder in der Nähe abstellen würde aber eine Ordnungswidrigkeit darstellen, die mit einer Strafe von mehr als 100€ geahndet werden kann. Bürger*innen haben nur zwei Optionen: Weiter suchen, in der Hoffnung einen leeren Container zu finden, oder das Glas zum Wertstoffhof des Abfallzweckverbandes bringen, welcher jedoch sehr abgelegen liegt und nicht für eine Anlieferung ohne PKW ausgelegt ist.

Glassammelstelle Andernach Wasserturm. Container mit Tüten und Kartons voller Flaschen umstellt.

Das Unternehmen hinter den Containern

Zuständig für die Sammlung der Glas-Verpackungsabfälle im Kreisgebiet ist das Unternehmen PreZero. Dieses ist Teil der Schwarz-Gruppe, welche durch die Marken Lidl und Kaufland bekannt ist. Die Sammlung von Verpackungsabfällen ist in Deutschland durch das Verpackungsgesetz im „Dualen System“ geregelt und wird von der Privatwirtschaft selbst organisiert. Die Vertragsgebiete richten sich zwar oft nach den Stadt- oder Kreisgrenzen, die Kommunen selbst haben in der Auftragsvergabe allerdings keinen direkten Einfluss.

Glassammelstelle Saffig Sportplatz. Einzelne Flaschen auf dem Container.

Richtiges Entsorgen

Wie im letzten Abschnitt erläutert, sind die Container nur für Glasverpackungen vorgesehen, also Gegenstände aus Glas, die dazu dienten, Produkte zu verpacken. Entsprechend darf nicht jedes Glas in die Container geworfen werden. Zu Verpackungen gehören Glasflaschen von Joghurt & Co, Getränkeflaschen und die zugehörigen Deckel, nicht aber andere Glasprodukte wie Geschirr, Blumenvasen, Fensterscheiben, Glühbirnen oder Trinkgläser. Alles, was keine Verpackung ist, muss immer zu den Sammelstellen gebracht werden, teils ist auch eine Entsorgung über den Rest- oder Sperrmüll möglich. Pfandflaschen sollten natürlich ebenfalls nicht in die Glascontainer geworfen werden. Eine Übersicht über erlaubte und verbotene Abfälle liefert zum Beispiel die Trenntabelle der Initiative „Mülltrennung wirkt“, welcher durch einen Zusammenschluss verschiedener Recycling-Firmen ins Leben gerufen wurde. Ähnliche Einschränkungen gelten im Übrigen auch für den Gelben Sack bzw. zukünftig die Gelbe Tonne, welche ebenfalls nur für Verpackungen genutzt werden darf und im Kreis dem selben Unternehmen zugeteilt wurde.

Glassammelstelle Andernach Sportanlagen. Alle Container mit Flaschen, Tüten und Sperrmüll zugestellt.

PreZero: Defektes Fahrzeug verhindert Abfuhr

PreZero ist sich der Probleme bewusst und gibt auf Rückfrage an, dass aufgrund regionaler Besonderheiten ein Spezialfahrzeug für die Leerung der Container notwendig sei. Dieses befinde sich derzeit in Reparatur, sodass man improvisieren müsse. Es wird erwartet, dass das Fahrzeug in dieser Woche wieder einsatzbereit sei. In der Zwischenzeit improvisiere das Unternehmen und würde täglich mit Sammelteams die Umgebung überfüllter Container säubern. Bürger*innen werden gebeten, die vollen Container zu meiden und Verständnis für die vorübergehenden Unannehmlichkeiten aufzubringen.

Glassammelstelle Miesenheim Nettehalle. Flaschen auf dem Container, Tüten vor dem Container.

Eigene Meinung

Die Probleme mit den Glascontainern sind für alle Anwohnenden frustrierend. Bei mir stapeln sich die Gläser, wild entsorgte Reste haben mir durch ihre Scherben schon den ein oder anderen Radreifen vermackt und wer in der Nähe wohnt hat neben dem Anblick auch mit dem zugehörigen Geruch zu kämpfen. Immerhin ist dem zuständigen Unternehmen die Situation bekannt und eine Besserung angekündigt. Bedenklich finde ich, dass durch das Fahrzeug offenbar ein einzelner Ausfallpunkt besteht und man keine Reserven hat bei Defekten die Abfallentsorgung aufrecht zu halten. Auch hätte ich mir eine proaktivere Kommunikation der zuständigen Stellen gewünscht, wenn das Problem über so lange Zeiträume auftritt.

Glassammelstelle Andernach Netto. Viele Scherben und Tütenreste vor dem Container. Am Tag zuvor war der Platz mit Flaschen übersät.

Video: Karnevalsumzug Saffig 2018

Wie auch die letzten Jahre war ich mit meiner Kamera beim Karnevalsumzug in Saffig unterwegs. Wie üblich gibt es die Aufzeichnung drüben auf YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=s0fqmJum5Jk

Feinstaubmessung an Neujahr

In der letzten Live-Sendung hatte ich für den Jahreswechsel einen Feinstaubsensor reaktiviert. Die Ergebnisse fallen recht dünn aus: Nicht nur, dass in meiner Nähe ohnehin eher wenig los ist, andauernder Nieselregen hat dieses mal wohl viele Feiernde in die Wohnungen getrieben und die Hinterlassenschaften schnell wieder zu Boden gebracht. Dies würde sich jedenfalls mit meinen Beobachtungen decken: Während man die letzten Jahre nach dem Feuerwerk teils stark eingeschränkte Sicht hatte war dieses mal keine nennenswerte Beeinträchtigung zu sehen.
Bild: https://www.adlerweb.info/blog/wp-content/uploads/2018/01/feinstaub17-300×120.png
Zu übersehen ist der Jahreswechsel trotzdem nicht: Wenige Minuten nach Mitternacht verdreifachten sich die Werte für PM2.5 und PM10. Dies stieg weiter an bis gegen 00:35 ein Spitzenwert von 39.5µg/m³ (PM10) bzw. 21.5µg/m³ (PM2.5) zu messen war – das 15-20-fache des Ausgangswertes. Nachdem sich die Lage beruhigte sanken die Werte schnell wieder, blieben jedoch im Schnitt doppelt so hoch wie vor dem Jahreswechsel. Alles Dank des schnellen Abnehmens deutlich unter den relevanten Grenzwerten.
Insgesamt sind die Werte für die Messstelle überschaubar – an trockenen Wintertagen werden durch alte Heizanlagen deutlich höhere Werte erreicht. Schauen wir dann nächstes Jahr nochmal, eventuell ist es dann ja trockener.

[Fotos] Kirmes in Saffig 2017

Bild: https://www.adlerweb.info/blog/wp-content/uploads/2017/09/KIRMESSAFFIG2017-208×300.jpgWie jedes Jahr am ersten September-Wochenende startete auch heute wieder die Saffiger Kirmes, dieses Jahr unter Federführung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr. Um 16:00 stand das traditionelle Baumstellen mit Fassanstich auf dem Plan. Pünktlich zu den ersten Klängen des Spielmannszuges traf jedoch auch eine Unwetterzelle samt Starkregen ein. Während die Besucher im erstmalig angelegten Biergarten Schutz fanden ließen sich die Wehrleute nicht aufhalten und trotzdem dem Regen – auch, wenn für die Befestigung kurzerhand das Einsatzfahrzeug zum Leerpumpen des Schachtes eingesetzt werden musste. Die Fotos finden sich wie immer in der Gallerie.

Video: Karnevalsumzug Miesenheim

Analog zu den letzten Jahren war ich auch dieses mal mit meiner Kamera in Miesenheim unterwegs. Leider diesmal etwas kürzer, da die Vorbereitungszeit etwas knapp war und viele Gruppen Musikanlagen zur Beschallung verwendeten, deren Inhalt ich aus urheberrechtlichen Gründen hier vermeiden muss. Wer dennoch einen  Blick auf den Umzug werfen möchte wird wie immer auf YouTube fündig:

https://www.youtube.com/watch?v=8Vnnm1kjEOY

Parkfest Saffig 2015

Am 27. und 28. Juni 2015 fand das traditionelle Saffiger Parkfest satt. Dieses Jahr lag die Ausrichtung in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr Saffig, deren Förderverein sein 10-jähriges Bestehen feiern durfte. Samstags startete die Feierlichkeit mit einer Schauübung, bei welcher die Wehren der Pellenz zusammen mit der Drehleiter Andernach sowie dem DRK Saffig auf dem Gelände der Barmherzigen Brüder Saffig ihr Können vor den Augen der zahlreichen Besucher unter Beweis stellten. Hierbei durften Interessierte die Ausrüstung aus der Nähe betrachten und den Fachleuten ihre Fragen vortragen.

https://www.youtube.com/watch?v=QW0dQUZpRzg

Im Anschluss ging es dann im „Schlosspark“ bei sonnigem Wetter weiter: Die Feuerwehren Nickenich und Saffig erhielten zwei neue Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) sowie einen Anhänger, welche durch die Pastöre der evangelischen und katholischen Kirche zuvor eingesegnet wurden. Im Anschluss konnten die Besucher im „schönsten Biergarten der Pellenz“ bis tief in die Nacht feiern.

https://www.youtube.com/watch?v=jGDjVsGBu3w

Der neue Fuß- und Radweg Saffig ? Miesenheim

Seit Jahren wurde er angekündigt, jetzt tut sich etwas: Parallel zur K63 zwischen Saffig und dem Andernacher Stadtteil Miesenheim ist in den letzten Wochen ein neuer Fuß und Radweg entstanden. Auch wenn noch nicht offiziell eröffnet: Die Baufahrzeuge sind vor einigen Tagen erst mal abgerückt und der Weg nutzbar – und er liegt auf einer täglichen Strecke. Zeit zu schauen, ob die jahrelangen Streitereien zu etwas Brauchbarem geführt haben.

Warum überhaupt ein Fuß und Radweg?

Bild: https://adlerweb.info/blog/wp-content/uploads/2015/05/radweg4-186×300.png Fuß- und Radweg Saffig ? Miesenheim
Map data © OpenStreetMap contributors
Tiles CC-BY-SA 2.0
http://www.openstreetmap.org/copyrightUm von Saffig nach Miesenheim – oder umgekehrt – zu gelangen hatte man als Fußgänger oder Radfahrer bisher zwei Möglichkeiten:

Einerseits kann man über den alten Mühlenweg und das Freibad Pellenz die Strecke überwinden. In Saffig trifft man nahezu direkt am Sportplatz ein, in Miesenheim im Bereich der Regionalen Schule. Da die Strecke zu einem großen Teil aus Feldwegen oder wenig befahrenen Zufahrten besteht kann man Gemütlichkeit walten lassen. Etwas unangenehmer ist der Abschnitt zwischen Nettetal/Freibad und der weiterführenden Straße: Durch das Gefälle wird die persönliche Fitness bei dem ein oder anderen doch stark strapaziert. Wer in Richtung Kernstadt weiter möchte darf den soeben erklommenen Hügel auch direkt wieder bergab fahren.

Eine weitere – und die von mir häufig genutzte – Möglichkeit bietet die K63, welche in Saffig an nahezu selber Stelle startet, jedoch an großen Teilen Miesenheims vorbei führt und direkt auf den Sportplatz sowie den Nette-Rundweg nach Andernach trifft. Die Straße selbst hat ein leichtes, stetiges Gefälle, ein ständiges auf und ab entfällt. Die flachere Wegführung und bessere Verkehrsanbindung erkauft man sich jedoch mit einer an anderer Stelle nicht ganz angenehmen Fahrt: Die K63 ist eine der Hauptstrecken für Berufspendler zwischen beiden Orten und im ersten Abschnitt nicht geschwindigkeitsbegrenzt. Auch Seitenstreifen oder andere Ausweichmöglichkeiten sucht man vergebens. Bei Gegenverkehr ist einem die gute Laune der nachfolgenden Autofahrer sicher.

Der parallel laufende Weg soll es den Muskelnutzern ermöglichen eine direkte Anbindung an das weitere Fuß- und Radwegenetz Andernachs ermöglichen ohne den Kraftverkehr wie bisher auszubremsen.

Erster Abschnitt: Von Höhen und Tiefen

Der Beginn des Weges findet sich in Saffig direkt an der Andernacher Straße/K63 an der Einmündung Drieschweidenweg. Auf der linken Seite trennt eine Baumreihe den Weg von der Straße, rechts befinden sich Felder. Der sehr breit geratene Weg ist nicht weiter befestigt, die Erde jedoch gut verdichtet und angenehm zu befahren. Während die Straße sich mit leichtem Gefälle in Richtung Andernach bewegt muss man auf dem neuen Weg erst eine leichte Steigung in Kauf nehmen, welche kurz vor Ende des Abschnitts rasant abfällt. Aus Richtung Saffig keine besondere Anstrengung, in Gegenrichtung jedoch sicher keine angenehme Angelegenheit.

Zweiter Abschnitt: Guten Rutsch!

Etwa in Höhe des ersten Feldweges, welche von der K63 abgeht und den Fuß- und Radweg kreuzt, endet das Saffiger Gebiet. Andernach hat hier etwas mehr versprochen, jedoch in Etappen. Während im Endausbau nach meinem Wissen eine Alphaltschicht vorgesehen war muss man sich für’s Erste mit einer Splittschicht anfreunden. Diese Befestigungsmethode ist hier in der Gegend sehr verbreitet – nicht zuletzt da es sich um ein lokales Erzeugnis handelt und bei Regen das Wasser gut abfließen lässt. Leider bietet dieses Material nur wenig Halt und man sollte Kurven als Radfahrer mit entsprechend niedriger Geschwindigkeit angehen. Mit Beginn des Abschnitts endet auch die trennende Baumreihe und wird durch einen Graben bzw. im weiteren Vertauf einen Grünstreifen ersetzt. Das Höhenprofil entspricht grob jenem der angrenzenden Kreisstraße, die Übergänge zu den bestehenden Wirtschaftswegen sind gut befestigt und ohne größere Anstrengungen überwindbar.

Dritter Abschnitt: Ziel verfehlt?

In Höhe des Sportplatzes endet nach 1¼km der neue Weg an der Zufahrt zur Schützenhalle. Fußgänger können die Kreisstraße überqueren und den gegenüberliegenden Fußweg zwischen Sportplatz und Ort nutzen, Hilfseinrichtungen gibt es hierzu nicht. Als Radfahrer muss man sich für etwa 200m wieder auf die Kreisstraße bemühen – dann beginnt der nächste Radweg nach Andernach. Immerhin: In diesem Bereich ist die Straße mit einer Begrenzung auf 50km/h ausgeschildert. Trotzdem bedauerlich, dass jene Lücke nicht geschlossen werden konnte.

Und nu?

Die Trennung vom fließenden Verkehr ist eine schöne Sache, leider kostet der rutschige Belag auf Andernacher Seite Zeit: Etwa 15% mehr sollte man für die Strecke nach meinen Messwerten einplanen. Der fehlende direkte Zugang zu den weiteren Radwegen, welcher seitens der Politik immer wieder als wichtiger Punkt aufgegriffen wurde, ist sicher unglücklich. Da ich persönlich ohnehin durch den Ort fahre um über die Wege auf der anderen, flacheren Seite der Nette nach Andernach zu gelangen, ist dieser Lapsus für mich allerdings nicht relevant. Ob der Weg für meine Belange eine Zukunft hat werden die nächsten Regenschauer zeigen: Dem Saffiger Bereich wird dies zwar sicher nicht gut tun, wenn dafür jedoch der darauf folgende Splitt durch angespülte Erde befestigt wird nehme ich das gerne in Kauf.

[Fotos] Empfang des Prinzenpaars Ochtendung – 30.01.2015

Bild: https://adlerweb.info/blog/wp-content/uploads/2015/02/IMG_0153-300×200.jpgAm 30.01. war das Prinzenpaar aus Ochtendung samt Gefolge in Saffig zu Besuch. Begrüßt durch die KG Saffig, die Majorettes der AWO sowie den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr zog man gemeinsam in die „Dorfschänke“ zu einem bunten Abend.

Die Fotos finden sich auf der offiziellen Webseite der KG.

Dank einer ganzen Kiste geplatzter Batterien leider ohne Blitz und daher etwas wenig Details, aber immerhin kann man noch etwas erkennen…

Erstes Repair-Café in Andernach

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ startete heute das erste Andernacher Repair-Café. In den Räumlichkeiten des „Haus der Familie“ im Obergeschoss der Stadthausgallerie konnten Bürger ihre Kleingeräte mit Hilfe der Mitglieder wieder in Funktion bringen. Egal ob Lichterkette, Kaffeemaschine oder Bügelbrett – mehr als 25 Reparaturen konnten beim ersten Treffen, unter den Augen von Politik und Medien, durchgeführt werden.

Das nächste Repair-Café findet am Freitag, 30.01. ab 14:30 statt.